Unser mü_see_haus für die Landesgartenschau Überlingen.

Unser Beitrag für die Landesgartenschau Überlingen
vom 23.04. bis zum 18.10.2020


 

„eine Kapsel aus Holz und Glas“
So lautet die Formulierung in der Klanginstallation, der man  im mü_see_haus lauschen kann.
Umhüllt von drei Schichten blickt man auf die Weiten des Sees. Die innere Schicht aus hellem Holz, welches warm anmutet. Dann die zweite, mittlere Schicht aus Holzfaserdämmung, die wärmt und gegen Wind und Wetter schützt, letztendlich die äußere Schicht aus heimischer Lärche.
Drinnen lauscht der Besucher. Es ertönen Schilfrauschen und Wispern, Wasserplätschern, klagende Geigen, feine Harfen, verwoben ineinander, gefügt zu einem Klangkunstwerk.
Ein halbes Dutzend ehrenamtliche Akteure bieten, an über 150 Terminen, Veranstaltungen, wie OM Chanting, Hatha Yoga, Reiki, Kindermeditation und Märchenstunden, im mü_see_haus an.

Von Welchen die auszogen, einen Baum zu ernten und mit einem Holzhaus wiederkamen.
Das Ziel war klar: Ein  Holzhaus zu bauen und dabei alles, was ein Baum zu bieten hatte, zu verwenden.
Das mü_see_haus ist das Endprodukt dieses Experimentes.
Hier wurden nur heimische Bäume aus regionaler Holzwirtschaft verbaut. Esche, Lärche, Fichte,  Kiefer und Tanne. Aus den Teilen der Bäume, aus denen kein Bauholz hergestellt werden konnte, wurden sogenannte Holzfaserdämmplatten  hergestellt, die das Häuschen nun dämmen.
Diese Dämmung hält nicht nur im Winter die Wärme im Haus, sondern auch im Sommer die Hitze draußen.
Der Eschenvollholzboden ist mit der Bandsäge geschnitten und besticht durch das honigfarbene Bild und seine einmalige Haptik. Durch die Benutzung wird er einen ganz eigenen Charakter entfalten.

Das Haus besteht also zu 99 % aus nachwachsenden und recyclingfähigen Rohstoffen!

So bleibt die Wärme im Haus. Kurzer Exkurs in die Trickkiste des energieeffizienten Bauens.
Ob sich ein Innenraum angenehm warm anfühlt, ist nicht nur von der Raumtemperatur abhängig. Auch die Oberflächentemperaturen der verbauten Materialien, die Temperaturunterschiede zwischen oben und unten  und Luftbewegungen sind Aspekte, die dafür sorgen, dass ein Raum als warm empfunden wird.  Holz ist ein schlechter Wärmeleiter, somit fühlt sich die Oberfläche einer Holzwand wärmer an, als die einer Ziegel- oder Betonwand. Das mü_see_haus erwärmt sich schon mit minimaler Sonneneinstrahlung. Was passiert dabei? Kurzwellige Sonnenlichtstrahlung dringt durch die 3fach verglasten Fenster, trifft im Innenraum auf Gegenstände und Oberflächen, verwandelt sich dabei in langwellige Wärmestrahlung und ist somit im Raum gefangen. Diese Wärme bleibt im Haus, wenn Fenster, Außenwände, Dach und Boden keine Wärme nach außen dringen lassen, sprich sehr gut gedämmt sind. Die Außenhülle des mü_see_hauses  ist so gut gedämmt, dass im Innenraum auch bei Minustemperaturen die Temperatur nie unter den Gefrierpunkt fällt. Die größten Wärmeverluste entstehen durch sogenannte Wärmebrücken und an den Ecken der Außenwände. Darum befinden sich an den Ecken des mü_see_hauses keine Stützen sondern Dämmung. 

Eine halbe Badewanne voll Holztinte, für 1,4 km Lärcheleisten.
Zusätzlich erwärmt sich die Fassade des Häuschens bei Sonneneinstrahlung wegen Ihrer schwarzen Farbe in kürzester Zeit und liegt wie ein warmer Mantel um die innere Hülle aus Dämmung und Dreischichtplatten.
Warme Luft strömt immer in Richtung kalter Bauteile und kalter Außenluft. Das ist hier nicht der Fall, da die tiefschwarze, außenliegende, quasi vorgewärmte Fassade, kein derartiges Temperaturgefälle bietet. Ergo: die warme Innenluft verbleibt im Raum.
Übrigens sorgt die Holztinte auch dafür, dass die Poren des Holzes offen bleiben. Dies ist unabdingbar für die Vergrauung desselben und somit findet ein natürlicher Konservierungsvorgang statt. Wasser und Sonne lösen im Laufe der Zeit die Ligninbestandteile (Eiweiß) aus dem Holz. Es verbleibt die zellulosehaltige Holzstruktur. Ein derart versilbertes Holz bietet keine Angriffsfläche mehr für Holzschädlinge und Pilze, da diese sich von eben diesen, eiweißhaltigen Holzbestandteilen ernähren.

Fenster, oder Wand? In unserem Fall eigentlich fast „wurscht“
Die Fenster aus regionaler Herstellung haben Passivhausstandart. Das heißt die  Dreifachverglasung und der Fensterrahmen haben beinahe so gute Dämmwerte, wie die Außenwand des Häuschens. Das kann man am eigenen Leib erspüren. Stellen Sie sich einfach einmal vor die große Scheibe und fragen sich, ob es sich ungleich kälter anfühlt, als wenn Sie vor die Wand stünden.

 

Bestehend aus einzelnen Teilen, wie ein Kartenhaus, aber dennoch stabil wie ein hölzerner Monolith.
Wie erhalten wir eine statische Aussteifung, die es möglich macht ein ganzes Haus am Hacken hochzuheben und per Tieflader zu transportieren?
Die horizontal verlaufenden Dreischichtplatten, die innen sichtbar sind, würden sich ohne zusätzliche Aussteifung, durch den Druck des Daches nach außen wölben. Um dies zu verhindern, besteht die gesamte Außenwand aus insgesamt sechs, kreuzweise untereinander verschraubten Lagen.
Von innen nach außen sind dies: Vertikal auf die Dreischichtplatten geschraubte Rahmen, in deren Schotten die Dämmplatten eingeschnitten werden, dann eine horizontale Bretterschalung, eine vertikale Lattung, eine horizontale Lattung und letztendliche die vertikal montierte Lärchenfassade.
Bis alle Lagen verschraubt sind, das Gebäude also die notwendige Steife besitzt, dient die Stahlkonstruktion im Inneren, welche immer noch zu sehen ist, als Montagehilfe. So kann das Haus am Stück aufgeladen und transportiert werden und zwar, ohne das Scheiben reißen oder Hölzer Spannungsrisse bekommen.

 

Ein Haus, das seinen Preis wert ist. Das steckt im mü_see_haus
In 40 Stunden Planungszeit entstanden der Entwurf und die Werkpläne. Wie bei allen modernen Holzhäusern mit hohem Vorfertigungsgrad, wurde nichts dem Zufall überlassen. Alle Konstruktionsdetails und Anschlüsse wurden komplett durchgeplant. Weitere 250 Arbeitsstunden waren nötig um die Materialien zuzuschneiden und den Grundkörper zusammenzufügen. Rund 90 l Holztinte wurden per Handpinsel auf rund 1.400 Laufmeter Lärchefassadenhölzer aufgetragen. Und zwar auf jede Seite dreimalig und danach jeweils abgezogen. Dabei kamen rund 50 km Laufleistung zustande! Dazu noch das Umlagern und vertragen der frisch gestrichenen Hölzer. Das Verlegen des Eschenbodens und die Montage der Türe und der Fenster. Im Gesamten waren 8000 Schrauben ins Holz zu treiben. Nur wer um die Prozesse einer handwerklichen Tätigkeit weiß, kann ermessen welchen Wert solch eine Leistung hat. Das Haus steht nach Ende der Landesgartenschau zum Verkauf. Für 39.000,00 EUR netto zzgl. 19 % Mehrwertsteuer, erhält man einen zusätzlichen Raum in der Natur: Als Atelier, Raum für Yoga oder Meditation, Praxis, Sauna oder Gästezimmer. Es ist vielseitig verwendbar. Schön. Warm. Mobil.

 

Architektur mit den Wurzeln im Handwerk.
Ein Baumeister des Mittelalters war gleichzeitig Handwerker und Architekt. Großartige und kunstvolle Bauwerke entstanden. Das war möglich, weil der Baumeister auch für die handwerkliche    Umsetzung verantwortlich war. Entwurf und Konstruktion wurden nicht getrennt, wie es heutzutage leider zu oft der Fall ist. Handwerkliches Wissen ist in den meisten Fällen aber unabdingbar für den Planer. Ein guter Holzbau setzt immer sehr gute holzhandwerkliche Fähigkeiten voraus. Konstruktiver Holzschutz und statische Besonderheiten sind zu berücksichtigen. Nur dann kann ein wirtschaftliches und haltbares Holzgebäude entstehen. Haltbar und charaktervoll wie jahrhundertealte Schwarzwaldhöfe oder die traditionellen Holzkirchen der Maramures.


Traditionelle Handwerkskunst in klarer Architektursprache zu transferieren, das ist die Aufgabe des Holzbaus heute.
Auch dieses Haus wurde von einem „Baumeister alter Schule“ gebaut. Vom Architekten Alexander Ilg, der seine Wurzeln im Handwerk hat: Als gelernter Zimmermeister und Restaurator.

© 2016 Sägezahn Architektur in Holz GmbH

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