Die Helden der Baustelle, oder warum man mit Eigenleistung nicht sparen sollte


Immer die Geschichte mit dem leidigen Geld, wer kennt sie nicht. Vor allem beim Bau eines Hauses ist die Einhaltung des, vom Bauherren vorgegebenen Budgets, das A und O. Zu verführerisch ist es, dem geneigten Bauherrn erhebliche Kosteneinsparpotentiale vorzugaukeln. Stellen wir dazu folgenden hypothetische Rechnung an, wenn wir beim Gewerk Malerarbeiten einsparen möchten, indem wir diese selbst erbringen. Gehen wir dabei von einem Materialkostenanteil von ca. 60 Prozent und einem Arbeitszeitanteil von ca. 40 Prozent aus. Wir rechnen mit einer Summe von insgesamt 10.000,00 €. Das hieße also, 4.000,00 € Kosten für Material und 6.000,00 € Lohnkosten. Rechnet man mit einem Handwerkslohn von 50,00 € so würde Herr Malermeister 120 Stunden für die Leistung veranschlagen. Sind sie nun durchschnittlich handwerklich begabt schaffen Sie diese Arbeit in der eineinhalbfachen Zeit. Also 180 Stunden. Das sind 20 Arbeitstage zu acht Stunden pro Tag! Das wären zwei Drittel ihres Jahresurlaubs. Aus budgettechnischen Gründen greifen außer dem Bauherrn, deshalb oft auch sämtliche Anverwandte zum Pinsel! Den geneigten Leser und vor allem dem Bauherr mögen solche Einsichten resignieren lassen. Dabei ist Eigenleistung, mit Maß und Ziel durchaus sinnvoll. Fragen Sie sich einfach folgendes: Wie gut schätze ich mein handwerkliches Geschick ein? Wie sieht es mit der Unterstützung der Partnerin oder des Partners aus? Wie hoch ist mein Einkommen in dieser Zeit? Ist es vielleicht höher als die Einsparung? Müssen Maschinen ausgeliehen werden? Bleibt die Gewährleistung für die verbleibende Handwerksleistung von der Eigenleistung unberührt? Am Ende bleibt in der Regel ein überschaubarer Bereich an Tätigkeiten für den willigen Bauherrn. Unterm Strich lässt sich zusammenfassen: Selbst Hand anlegen lohnt durchaus, vor allem für die kleinen Sonderwünsche, die ansonsten das Budget unverhältnismäßig belasten würden. Vielleicht schwärmen Sie für aufwändige Lasurtechnik an den Wänden oder für eine Frühstücksterrasse mit Lärcheholzbelag und für Einbaumöbel vom Schreiner und Sie verantworten die geölten Oberflächen? Trauen Sie sich und viel Erfolg dabei!


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